Verklebe Hinweise:

Hier möchte ich ein paar Tipps zum Verkleben der Aufkleber geben. Das wichtigste vorab.

 

„Dies soll ein Hinweis sein, kann aber den Fachmann nicht ersetzen und ist keine Garantie für ein perfektes Ergebnis!“

Zum Verkleben sollte man sich Zeit nehmen. Mal eben schnell ein Dekor aufbringen wird nicht wirklich funktionieren. Die meisten Unfälle passieren, weil alles an einen Tag auf das Modell soll.

Es sollten die wichtigsten Werkzeuge vorhanden sein und beim aufkleben griffbereit liegen. Hängt der Aufkleber auf einer Seite schon am Modell und man benötigt ein Messer, Schere, Rakel, … während man sich nicht vom Fleck bewegen kann, geht das meist schief. Der Arbeitsplatz sollte nur mit dem nötigsten ausgestatte sein. Die wichtigsten Hilfsmittel sind ein Cutter mit einer frischen Klinge, Schere, Maßband, Tesakrepp, Nadel (Nadel von Einwegspritzen eigenen sich hervorragend), fusselfreie Tücher, Bleistift und wenn es nicht anders geht, auch Mal eine dritte Hand.

Den Untergrund ordentlich zu reinigen ist eine Selbstverständlichkeit und die Grundvoraussetzung für eine ordentliche Verklebung. Am besten eignet sich Alkohol oder Isopropanol. Vorher einen Test machen, ob der Untergrund sich beim Reinigen an löst.

Der Aufkleber besteht in der Regel aus drei Schichten. Angefangen mit der untersten Schicht, dem Trägerpapier. Wie der Name schon sagt, trägt er das Medium/Aufkleber. Die zweite Schicht ist der Aufkleber selber. Und als letztes, die dritte Schicht, das Übertragungspapier. Wie der Name auch hier sagt, gehört es zum übertragen der Folie. Diese muss aber nicht immer auf den Aufkleber angebracht sein, da es nicht immer Sinn macht. Sinn macht es nur, wenn ausgeschnittene Aufkleber in Position gehalten werden sollen (Buchstaben, usw.) Ansonsten macht es den Aufkleber nur dicker und unflexibel. Somit ist das Handling des Aufklebers wesentlich schlechter. Dies wird spürbar, wenn der Aufkleber auf eine Wölbung liegt, oder man das Wasser rausrakeln möchte. Hier merkt man schnell, dass doch etwas mehr Druck dazu gehört. Das mag bei einen Voll-gfk Flieger funktionieren, aber bei einem Stäbchenbausatz führt das schnell zu Problemen.

Die Aufkleber vor dem Bekleben nahe der Kontur ausschneiden um diese besser positionieren zu können. Es ist unerlässlich, das Transferpapier/Folie vor dem Abziehen nochmals gleichmäßig fest an die Aufkleber zu reiben. Ein geeignetes Werkzeug ist ein Rakel. Unterlässt man dies, kann es passieren, dass beim abziehen des Übertragungspapiers einzelne Buchstaben auf dem Trägerpapier zurückbleiben. Nur die Aufkleber bereitlegen, die man an diesem des Modells auch aufbringen möchte, z.B. die Tragfläche. Schnell ist ein falscher Aufkleber aufgebracht, der eigentlich für ein anderes Teil gedacht war, nur, weil der Aufkleber etwas kleiner war. Man beginnt mit dem Teil, z.B. dem Rumpf, wo später einem fortlaufenden Übergang auf die Fläche erfolgen soll. Zur Sicherheit auch den Flächenübergang prüfen, ob es hier beim weiterkleben keine Positionsprobleme gibt. Erst dann die umliegenden Aufkleber aufbringen.

Es gibt zwei Verklebe Arten! Die Trocken- und die Nassverklebung. Was besser angebracht ist, ist jeden selber überlassen und vom eigenen Geschick abhängig. Dem einen liegt die trocken- dem anderen die Nassverklebung besser. Ich denke aber eine Mischung aus beiden ist ein guter Weg zum Aufbringen der Aufkleber.

Bei der Nassverklebung ist die Trockenzeit länger als bei der Trockenverklebung. Bei der Nassverklebung mit Übertragungspapier besteht die Gefahr des Versatzes. Das Papier saugt das Wasser mit der Zeit auf und macht das Papier dehnungsfähiger. Aufkleber die zueinander positioniert werden sollen, können danach nicht mehr 100% zueinander passen. Dies ist der Fall wo z.B. zwei Aufkleber übereinander geklebt werden. Hier bietet sich an, den zweiten Aufkleber in mehrere Stück zu zerschneiden und diese einzeln zu positionieren und aufzukleben. Die Gefahr eines Versatzes ist hier wesentlich geringer. Das Transferpapier bei der Nassverklebung erst nach ca. 4-10 Minuten (abhängig von der Umgebungstemperatur) abziehen. Hier kann man noch einmal kurz vor dem Abziehen das Papier mit Waser einsprühen um das lösen zu unterstützen.

Positionieren der Aufkleber bei der Trockenverklebung: Hier bietet sich das fixieren der Aufkleber mit Klebeband an. Das Klebeband sollte aber nicht zu gut haften, damit beim Lösen nicht Teile vom Aufkleber oder Untergrund mit abgezogen werden. Ein Klebestreifen wird mittige über den Aufkleber geklebt, so fas links und rechts die Enden hochgeklappt werden können. Nun wir mit einem zweiten Aufkleber ein Ende fixiert, um einen zusätzlichen halt zu bieten. Das Ende was nicht fixiert ist, wird um 180° umgeklappt und das Trägerpapier bis zur Hälfte abzogen und abgeschnitten. Aber nur das Trägerpapier ohne die Aufkleber. Der Freiliegende Aufkleber wird wieder gespannt zurückgeklappt, ohne dabei den Untergrund zu berühren. Mit einem Rackel wird der Aufkleber von der Mitte nach außen hin angerackelt. Nun das Mittlere Klebeband entfernt und das gleich auf der anderen Seite gemacht. Das geht Trocken- wie auch bei der Nassverklebung. Sind Rundungen in der Stelle wo die Aufkleber rauf sollen, ist das einschneiden vom Übertragungspapier zwischen den Buchstaben oder Konturen manchmal hilfreich um diese besser aufbringen zu können.

Verkleben von Randbögen: Der Aufkleber für die Randbögen ist meist ohne Übertragungspapier. Den Aufkleber und das zu verklebende Teil mit Wasser einsprühen. Die Folie auflegen und das Wasser gründlich ausrackeln. Immer von der Mitte nach außen. Ist das Wasser draußen, kann man die Fläche umgekehrt zum Trocknen hinlegen und den Aufkleber gut trocknen lassen. Dies soll verhindern, dass der Aufkleber während der Trocknungsphase mit der Zeit nach unten hängt und am Randbogen anklebt. Erst umdrehen, wenn mit der Arbeit weitergemacht wird und alles trocken ist. Der trockene Aufkleber lässt sich nun unter Zuhilfenahme eines Föhns um die Rundung legen. Am besten mit einem Tuch die Folie an den Randbogen drücken. Auch hier von innen nach außen arbeiten.

Luftblasen entstehen immer wieder bei der Verklebung und lassen sich nicht immer vermeiden. Egal ob mit Wasser oder trocken. Trocken ist die Gefahr wesentlich größer. Oftmals treten die Blasen verspätet auf. Z.B. bei der Nassverklebung zieht sich das Restwasser durch die Kapillarwirkung zusammen und sammelt ich an einer Stelle. Jetzt mit einem Rakel die Wasser- oder Luftblasse zu entfernen, würde es nur verschlimmern. Hier hilft nur das Aufstechen der Blase. Am besten eignet sich eine Nadel von einer Einwegspritze, da diese Nadel schärfer ist und die Folie aufgeschnitten und nicht durchstoßen wird.

Es passiert schon mal, dass ein Aufkleber in der Eile verzogen oder geknickt wird. Diese Stellen lassen sich sowohl im abgezogen Zustand wie auch im aufgeklebten Zustand korrigieren. Die Stelle mit einem Föhn vorsichtig erwärmen und schon geht die Folie in Ihren Urzustand zurück.

Ich liefere die Aufkleber immer so aus, wie ich diese auch verkleben würde. Also einen Teil mit Übertragungspapier den anderen ohne. Es ist also kein Versehen, wenn mal das Übertragungspapier fehlt.

 

Noch kurz zum Schluss!!

»Nemo nascitur artifex«

               »Keiner wird als Meister geboren«